Vor knapp 1 Jahr, am 1. September sind wir an die Eichstrasse 25 in 160m2 grosse Räumlichkeiten gezogen. Nach 1 Jahr hat uns die Realität eingeholt und man kann ein gutes Fazit ziehen.
Wir haben uns viele Gedanken über Lage, Raumaufteilung, Infrastruktur, Design, Kultur, Wege und natürlich Kosten gemacht. Und Felix Jacques Frey, einen befreundeten Architekten beigezogen, der uns bei allen Belagen mehr als nur beriet. Bei all diese Gedanken stellten wir uns immer häufiger die Fragen: “Ist es nachhaltig? Ist nur ein flüchtiger Gedanke oder hat es Hand und Fuss und funktioniert auch in ein paar Jahren noch? Geht es mit unserer Kultur einher. Können wir in 5 bis 10 Jahren immer noch dahinterstehen?” All diese Fragen führten bereits bei der Bürosuche und der anschliessenden Planung zu grundlegenden Entscheidungen. Sie führten auch die Lösungen, die wir auch klar experiment deklarieren müssen. Aber heute wissen wir mehr.

Quelle: FJF, Zürich
Ein Glückstreffer
Vor etwas mehr als 1 Jahr hatten wir die Chance die ehemaligen Räumlichkeiten von Nemos zu übernehmen. Die Anforderungen an die Räume waren hoch, aber der Raum erfüllte die meisten Anforderungen.
Dazu gehörte Platz für Mitarbeiter, Raum für Demonstrationen und Testen unserer Produkte und wohl das entscheidende unserer Raum so zu gestalten, wie wir wollten. Ein absoluter Glückstreffer, was Lage, Raum, Grösse und Preis betrifft. Perfekt.
Unser Architekt Felix Jacques Frey
Wir hatten das Glück den richtigen Partner zu haben. Felix Frey, ein junger Architekt, der mit uns die alten Räumlichkeiten teilte, war die beste Wahl, die wir treffen konnten. Er hatte ein ausgezeichnetes Gespür für unsere Bedürfnisse, die wir selber nicht mal formulieren konnten.
Räumlichkeiten
160m2 mit 2 getrennten Toiletten, grosser Fensterfront zur Strasse hin, Fensterfront in den Innenhof (Süden), 3m Raumhöhe, Industriebau, eine grosser Raum mit guter Aufteilung, Verkabelung und Anschlüssen für Wasser, Kabel-TV, Telefon. Bodenbelag gegossen. Schlicht und elegant.
Geschichte des Gebäudes
Das Gebäude wurde im 2005 Jahren komplett renoviert. Früher diente es als Globus Verwaltungszentrum und war eine Mischung aus Büro und Gewerbebau. Sowohl Hochparterre wie auch Archithese haben diesem Umbau als gutes Beispiel für Umnutzung von Gewerbebauten lobend erwähnt.
Bauten
Wir brauchten eine Küche und ein separates Sitzungszimmer. Das Bild einer Empfangsdame, die alleine am Empfang sitzt, war uns ein Graus. Wir wollten auch einen informellen Treffpunkt schaffen, wo auch Besucher willkommen sind. Ausserdem ist Genuss bei uns wichtig, so ist die Küche mit einer Bar zum zentralen Element geworden. Das war das Briefing an Felix.
Daraus geworden ist: Die Küche ist Swiss Made von Piatti und alle Geräte erfüllen die Energieeffizienznormen A+. Für das Sitzungszimmer haben wir eine Wand eingezogen. Die Wand ist das Filetstück der Umgestaltung. Sichtbare Holzrahmen wurden mit natürlichem Scobalit und transpartenten Stegplatten verkleidet. Die Wand ist halbtransparent und zeigt sowohl Konstruktion, wie auch Materialien. Eine Doppeltüre schafft Platz und das eingebaute Rückprojektionsglass in schwarz reduziert die Sichtbarkeit. Scobalit wird in Winterthur hergestellt und die Stegplatten stammen aus Deutschland. Sowohl Küche wie auch Wand lassen sich ausbauen und sind wiederverwendbar, falls wir mal umziehen.
Strom & Wasser
Beim Wasser haben wir wenig Einfluss, ausser das wir genügend Geschirr haben, um den Geschirrrspüler zu füllen, so dass wir ihn nur etwas alle 3 Tage laufen lassen müssen. Beim Strom sind die Möglichkeit grösser: Hier haben wir einen grossen Anteil an Solarstrom bestellt und die restlichen Strom beziehen wir aus erneuerbaren Energien (Wasser & Wind). Wir haben überall Stecklisten mit Schaltern und versuchen jeden Abend die meisten Geräte vom Strom zu entkoppeln. Nachts sollte nur Fax, Internet, Kühlschrank und Telefone laufen. Stromsparlampen ausser einer Sünde sind bei uns Standard. Auch laufen Geräte nur solange sie gebraucht werden. Die ersten Rechnungen zeigen, das der Stromverbrauch gut ist. Obwohl bei uns doppelt so viele Computer wie Menschen arbeiten.
Mobiliar
Das Mobiliar haben wir geziehlt ausgewählt. Die Tische sind von Pfister, Basic Linie, und stammen zwar aus China, aber sollten länger überleben als IKEA Tische. Als Trenner setzen wir die von Felix empfohlenen Errex-Gestelle ein, 100% Metall, das ohne weiteres recycliert werden kann und so modular sind, das sie überall eingesetzt werden können. Stühle haben wir vom Vormieter übernommen und die Lampen sind Dauerlichtlampen aus Deutschland, die von Fotografen gerne eingesetzt werden.
Design
Wir wollen mit unserem Raum Designkompetenz unterstreichen und obwohl wir mit viel Technik arbeiten, soll Technik nicht Vordergrund stehen, sondern das Erlebnis. Das Feedback, das wir erhalten haben, entspricht unseren Zielen. Der Raum ist klar gegliedert, offen, durch Gestelle getrennt. Wir haben alle genug Platz und er ist funktional und einfach, fast schon simple eingerichtet. Transparenz war und ist uns wichtig.
Lärm
Ein grosser offener Raum ist häufig sehr laut. Durch Schalldämmung an der Decke wird der Lärm absorbiert, so das zwar Telefongespräche von allen gehört werden, aber der Schall sehr stark absorbiert wird. Teilweise zu ruhig.
Betrieb
Wir versuchen uns das Leben einfach zu machen, d.h. die Reservation des Sitzungszimmmers wird mit schwarzem Stift neben die Türen an die Wand von Hand geschrieben. Als Reingungsmittel setzen wir auf Terra Aktiv, was wir nur festlegen können, da wir die Reinigungskraft selber angestellt haben. Auch Milch, Zucker und hoffentlich bald Kaffee (Nespresso wir warten…) setzen wir auf Bio. Drucker haben wir nur einen kleinen, was den Papieraustoss massiv verkleinert und wir sehr wenig Papierverschleiss haben.
Fazit
Das Konzept geht auf. Kommunikation funktioniert, der Vebrauch von Ressourcen wie Strom, Wasser, etc. hält sich im Rahmen. Obwohl alles offen ist, ist es nicht laut.
Besucher, sowohl Partner wie auch Kunden, reagieren sehr positiv auf unsere Räume. Besucher kommen gerne zu uns und bleiben gerne, manchmal den ganzen Tag. Mitarbeiter nennen unsere Räumlichkeiten Ihr Zuhause. Untermieter zu finden, ist einfach. Platz für uns haben wir (noch) genug.
Optimierungspotenzial gibt es immer, aber rückblickend haben wir sehr viele Entscheidungen richtig getroffen und wir sind hier glücklich.
Ein grosses Dankeschön gebührt Felix Jacques Frey, unserem Architekten. Ohne ihn wären unsere Räumlichkeiten nie so nachhaltig geworden.
Tags: Eichstrasse 25, Nachhaltigkeit, Vanija