1 Dollar ist 1 Franken – ein paar Gedanken
Freitag, 14. Mrz. 2008 – Category: Gesellschaft, Globalisierung, Volkswirtschaft, allgemein
Für 1 Dollar bekommen wir heute 1 Franken, vor 2 Jahren waren es noch 1.30 Franken. Wir haben noch nie soviel Dollar für einen Franken bekommen.
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Bildquelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:USDCHF_Kurs.png
Was hat das für Auswirkungen?
- Obwohl der Ölpreis so hoch wie schon lange nicht mehr ist, ist unser Benzin zahlbar.
- Reisen in die USA sind Schnäppchen.
- Direkt importierte Produkte oder Dienstleistungen aus der USA sind billig.
- Unsere Produkte und Dienstleistungen sind entweder zu teuer in USA oder wir schreiben Währungskursverluste.
- Die Exporte aus den USA werden sicher mehr werden, was für die USA gut ist.
- Die Importe in den USA werden weniger werden.
Das ist nachvollziehbar. Aber warum werden amerikanische Marken bei uns nicht billiger? Ein paar Beispiele:
Nike – Amerikanische Sportbekleidungsmarke.
Nike produziert heute hauptsächlich in Asien und zahlt ziemlich sicher in der lokalen Währung, d.h. die Produktionskosten gehen hoch. Sie verkaufen in den USA zum gleichen Dollarpreis wie bis anhin und machen daher Verluste, können diese aber mit dem für Nike teureren Verkauf in Europa kompensieren. Die Europäer kompensieren also die höheren Kosten der Produktion. Das ist natürlich sehr stark vereinfacht, aber es erklärt warum die amerikanischen Produkte nicht günstiger werden können.
Apple – amerikanischer Computerhersteller und Musikvertrieb!
Apple produziert wie praktisch alle Computerhersteller in Asien z.B. China, Taiwan, Vietnam, etc. und der tiefe Dollar erhöht die Produktionskosten. Der gleiche Mechanismus wie bei Nike. Nicht ganz, da Apple immer mehr in das Musik und Filmgeschäft steigt. Musik und Film werden heute in der westlichen Welt hauptsächlich in den USA produziert. Mit der Folge das Apple im Gegensatz zu Nike mehrere “Produktionstandorte” hat und damit die Währungsrisiken minimieren kann.
BMW, Mercedes, Audi, VW, Toyota, Nissan, etc.
Die deutschen und japanischen Hersteller haben bereits vor Jahren teilweise vor Jahrzehnten angefangen die Autos in den USA zu produzieren. Die Japaner hauptsächlich um die Zölle zu umgehen und die Europäer, um 1. näher am Markt zu sein und 2. um die Kursschwankungen zu reduzieren. Durch die Verteilung der Produktion auf Europa, Japan und USA können sie Währungschwankungen immer schon ausgleichen und minimieren das Risiko.
Schweizer Maschinenindustrie
Die Schweizer Maschinenindustrie, die im Moment volle Auftragsbücher hat, muss um die Aufträge aus den USA bangen. Aktuell kostet eine Schweizer Maschiene etwa 30% mehr als vor 2 Jahren, nur durch den tiefen Dollar verursacht. Der Verkauf von Schweizer Maschinen in die USA wird sehr hart. Vielleicht werden sogar Aufträge storniert.
Fazit: Bei einem tiefen Dollar profitieren die einen, während die anderen verlieren. Aber wenn der Dollar weiter so fällt, dann steigt die Zahl der Verlierer massiv an und das System bricht mit heftigen volkswirtschaftlichen Folgen. Im Moment wird es noch ziemlich gebogen, es hat zwar schon die ersten Risse. Das ist nicht gut.
Bruno
Tags: Apple, Asien, Ölpreis, Dollar, Exporte, Franken, Importe, Nike, Schweizer Maschinen, USA, Währungskurs
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